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 Stein-und-Schnee Datenbank ist on-line...
 Wintertouren



Stein-und-Schnee Datenbank ist on-line...

Mit der ersten Ausgabe des Newsletters möchte ich alle Nutzer von
Stein-und-Schnee nochmal herzlich begrüßen. Nachdem die einzelnen Funktionen ausgiebig getestet wurden, ist es nun an der Zeit, das Projekt weiter bekannt zu machen. Einige werden sich nun fragen, ob neben Newsgroup und diversen anderen Foren überhaupt Platz ist für eine weitere alpine Seite. Ich meine: ja - denn hier soll nicht diskutiert werden, sondern es geht nur um die Erstellung einer alpinen Datenbank. Vorbild war die (französisch-sprachige) Webseite www.skirando.ch, die sich allerdings im wesentlichen auf den Westalpenbereich beschränkt. Dort zeigt sich, daß durchaus ein großes Interesse an einer derartigen Datenbank besteht, und ich denke, daß daher auch in den Ostalpen bzw. im deutschsprachigen Raum ein Platz ist für Stein-und-Schnee. Es geht auch nicht darum, einzelne Spitzenleistungen hervorzuheben. Keiner braucht sich zu genieren, neben einer schwierigen Kletterroute eine einfache Wanderung einzutragen. Zielgruppe bleibt der alpine Normalverbraucher, der Informationen und Anregungen sucht. Trotzdem mancher Eintrag vielleicht sehr subjektiv erscheinen mag - erst durch die Summe soll sich dann ein objektives Bild ergeben.

Ich möchte auch hier wieder hervorheben, daß es sich nicht um meine private Home-Page handelt. So viele Touren, daß es wirklich von allgemeinem Interesse wäre, kann ich als einzelne Person gar nicht machen. Ich stelle mit Stein-und-Schnee lediglich ein funktionsfähiges Gerüst zur Verfügung, das von allen genutzt werden kann. Von daher bin ich offen für alle Anregungen und hoffe auch, noch ein paar Bergbegeisterte zu finden, die aktiv mitwirken möchten.

Ich will mich an dieser Stelle auch noch herzlich bei den beiden Web-Spezialisten Ales Pickar und Pavel Pavek bedanken, die mit großem Einsatz die Realisierung dieses Projekts ermöglicht haben.

...oeg (Jörg Stegmeier)


Wintertouren

Der Winter hat ja dieses Jahr sehr früh Einzug gehalten. Immer wieder wechselnde Bedingungen von frühlingshaftem Firn bis hin zu bodenlosem Bruchharsch haben so manche herbstliche Bergtour erschwert. Solange für Skitouren keine tragfähige Schneedecke vorhanden ist, bieten sich "eine Etage tiefer" Wanderungen (mit oder ohne Schneeschuh) durch die frühwinterlichen Voralpen an - deutlich anspruchsvoller aber auch deutlich einsamer als im Sommer. Daß auch ein relativ kleiner Berg einem hier durchaus die Zähne zeigen kann, hatte im letzten Winter nach einem starken Neuschneefall der Gipfelgrat der an sich harmlosen Brecherspitze im Spitzinggebiet bewiesen. Meterhohe Wächten verliehen dem Ganzen einen durchaus hochalpinen Charakter. Wie schnell sich das wieder ändern kann, zeigte sich dann einmal mehr am Risserkogel vor zwei Wochen. Auch hier erschwerten tiefer Neuschnee und Bruchharsch das Vorwärtskommen - verbunden mit einer stellenweise erheblichen Lawinengefahr. Bereits wenige Tage später hatte der Föhnsturm die weiße Pracht fast vollständig wieder hinweggefegt. Das Bild rechts zeigt die erste Felsstufe am Gipfelgrat des Risserkogels im Februar 2002.

Hier nun erstmal zwei Tipps für diese Tage:

Risserkogel 1826 m:
Von Kreuth dem Schild "Setzberg Rodelbahn" folgen flach durch Wald aufwärts. Die Fahrstraße kann mehrmals abgekürzt werden. Wo das Gelände steiler wird, biegt der Sommerweg unterhalb des Daffensteins nach rechts ab und ist dann bei Schneelage nur schwer zu finden. Besser und sicherer auf dem steilen Rücken weiter, der die vom Daffenstein herabziehende Rinne rechts begrenzt (im Aufstiegssinn). Oben durch eine flache Mulde auf den Kamm Setzberg-Risserkogel. Über eine kurze Steilstufe (Vorsicht bei Lawinengefahr - dann mühsam am rechten Rand) weiter zum Grubereck. Danach wird der Kamm schmaler. Zwei kurze Felsstufen können bei sicheren Verhältnissen auf dem Sommerweg umgangen werden. Bei viel Neuschnee müssen sie überklettert werden (!). Der weitere Kammverlauf ist einfach. Abstieg über den Grat zurück und über den Setzberg zum Wallberghaus. Dort dem "Fussweg ins Tal" folgen. An einer Wegkreuzung links zum Wirtshaus Wallbergmoos. Dort nicht weiter auf dem "Fussweg ins Tal" - sondern neben der Rodelbahn bis zur Lichtung nach der ersten Kehre. Hier links dem Waldrand entlang, bis nach ca. 200 m wieder links ein schmaler Pfad abzweigt, der durch schönen Wald in Richtung Kreuth hinabführt. Am Schluss auf dem breiten Fussweg nach Kreuth. Bei richtiger Spuranlage weitgehend lawinensicher. Orientierung beim Daffenstein etwas schwierig.

Weitere Anstiegsmöglichkeiten: von Enterrottach in Richtung Sutten zur Abzweigung der Wallbergstraße (Parkplatz). Der Wallbergstraße folgen bis zur Abzweigung "Siebelalm, Risserkogel". Weiter auf dem Fahrweg zur Siebelalm, dann über eine Lichtung linkshaltend in den Wald. Steil aufwärts zuletzt über einen Rücken zum Riedereck. Jenseits kurz hinab und rechts am Riederecksee vorbei in Richtung Plankenstein. Unter dem Plankenstein querend in den Sattel zwischen Plankenstein und Risserkogel. Die folgende kurze Steilstufe wird am besten an ihrer rechten Seite überwunden (links altes Drahtseil, meist unter Schnee). Es folgt ein weiterer kurzer Steilhang (Schneebrettgefahr!), dann eine leichte Querung zum Verbindungsgrat Risserkogel-Grubereck, über den man den Gipfel schnell erreicht. Vom Riedereck bietet sich eine weitere Möglichkeit direkt über den Ostgrat (lawinengefährdet, für den Abstieg und für Schneeschuhe wenig geeignet): Vom Riedereck sehr steil nach links aufwärts, über eine kurze Felstufe und anschließend etwas unangehmes Latschengelände zu einer kleinen Erhebung östlich vom Risserkogel. Weiter am Kamm hinab in eine Scharte. Nun dem Grat folgend exponiert direkt zum Gipfel (wegen der Latschen nur bei entsprechender Schneelage sinnvoll). Der Anstieg ist auch über eine links (südl.) vom Grat gelegene Rinne möglich (Sommerweg, lawinengefährdet).

Trainsjoch 1708 m:
Ausgangspunkt ist die Abzweigung ins Nesseltal an der Straße von Bayrischzell zum Ursprungpass. Man folgt dem Fahrweg ins Nesseltal bis zu den Jagdhütten. Hier nach rechts und steil durch Wald aufwärts zum Nesselberg. Nun immer den Westrücken des Trainsjochs entlang über mehrere steile Aufschwünge bis zum Vorgipfel (bei hoher Schneelage nicht rechts am Sommerweg umgehen, sondern oben drüber!). In die überwächtete Scharte hinab (Vorsicht). Dann leicht zum Hauptgipfel. Bei richtiger Spuranlage am Westrücken ist dieser Aufstieg nur wenig lawinengefährdet. Der weitere Übergang am Grat zum Ostgipfel (1620m) ist leicht aber stellenweise etwas schmal. Nach kurzem Abstieg vom Ostgipfel nicht dem bald nach links abzweigenden Sommerweg folgen, sondern weiter auf dem Rücken abwärts, bis man deutlich flacher nach links zur Oberaudorfer Alm absteigen kann. Hier Wiederaufstieg durch eine Mulde nach Westen zum Kamm, der vom Trainsjoch-Ostgipfel herabzieht. Leicht nach rechts weiter in die Scharte über dem Nesseltal, wo man auf den Weg zum Brünnsteinhaus trifft. Hierher gelangt man von der Oberaudorfer Alm auch über einen Fahrweg, der jedoch zuletzt einen sehr steilen Lawinenhang quert (ungünstig). Nun steil durch Wald hinab ins Nesseltal und zum Ausgangspunkt.




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