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 Pulverschnee
 Schrandele (3396 m)
 Gampleskogel (3408 m) und Steiniglehnferner



Pulverschnee

Nach einigem Wetter Hin-und Her haben sich mittlerweile recht gute Tourenbedingungen eingestellt. Dank der kalten Temperaturen blieb der Pulverschnee in den letzten Tagen gut erhalten. Im unverspurten Gelände macht alles natürlich viel mehr Spaß. Hier ein paar Skitourentipps im "Abseits":


Schrandele (3396 m)

Obwohl es nur wenig niedriger ist als der bekannte Schrankogel, bleibt das Schrandele meist unberührt. Von Gries im Ötztal auf dem breiten Fahrweg bis zur Amberger Hütte (2133m). Zunächst eben weiter, dann links entlang der alten Moräne des Schwarzenbergferners empor. Später rechts haltend den Talboden queren und auf den Ferner. Die Spaltengefahr auf dem Ferner ist bei guter Sicht gering. An den Wildgratspitzen vorbei direkt auf das Schrandele zu. Der Gipfelgrat wird über eine steile Rinne erreicht. Nun immer längs des Grates zum Gipfel (I-II). Die schwierigeren Stellen können auch auf der Westseite in kurzen Schnee-Couloirs umgangen werden. Der Gipfelaufstieg ist kurzweilig und bietet im Gegensatz zur recht mühsamen Stapferei am benachbarten Schrankogel eine schöne Klettereinlage. Das Bild rechts zeigt den Blick zurück entlang des Gipfelgrats.

Die Tour ist eher wenig lawinengefährdet. Vorsicht ist aber am Steilhang vor dem Gipfelaufbau angebracht. Bis zur Abzweigung zum Schrankogel unter den Wildgratspitzen ist in der Regel eine gute Spur vorhanden. In die absolute Bergeinsamkeit führt folgende Variante:

Vom oberen Boden des Schwarzenbergferners Gegenanstieg auf den von dieser Seite wenig ausgeprägten Schrankarkogel 3327 m. Vom nordöstlichen Vorgipfel führt ein sehr steiler Gletscherhang (Südl. Schrankarferner) direkt nach N ins Schrankar hinab. Die Abfahrt vom Gipfel ist exponiert und schwierig. Eine Einfahrt ist aber auch von einer Einsattelung (3225 m) weiter unten im Kammverlauf Richtung Schrandele möglich. Auf die Spaltengefahr muss hier geachtet werden. Die Steilabfahrt endet im flachen Boden des Schrankars. Eine wiederum recht steile Stufe führt vom Schrankar zum Fahrweg kurz vor der Amberger Hütte zurück. Sie wird am besten in der Mitte durch eine recht enge Rinne überwunden. Die Variante über den Südl. Schrankarferner bleibt erfahrenen Skibergsteigern vorbehalten und darf nur bei wirklich sicheren Lawinenverhältnissen unternommen werden.


Gampleskogel (3408 m) und Steiniglehnferner

Von Obergurgel folgt man dem Sommerweg in Richtung Ramolhaus bis zur Abzweigung "Seenplatte, Lehnerkar". Hier nach rechts steil aufwärts zu einem fast ebenen Absatz. In nördlicher Richtung weiter über eine Steilstufe ins Lehnerkar, bis das Gelände etwas flacher wird. Hier nach links zu einer zunächst deutlich, später schwach ausgeprägten Moräne, die man bis zum Gratansatz verfolgt. Dann die Ski über den Grat tragen (Felsen, I) zum auffälligen Gletscherdach und über dieses zum Schneegipfel. Am Grat kurz weiter zum Stangengipfel (I). Der Übergang zum gleich hohen Signalgipfel ist stellenweise ausgesetzt und überwechtet (zwei plattige Stufen, II) .

Die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute hat wegen der felsigen Unterbrechung leider einen Schönheitsfehler, ist aber durchaus lohnend. Das Gletscherdach bricht nach allen Seiten schroff ab und erfordet eine sichere Fahrtechnik. Konditionsstarken Skibergsteigern bietet sich bei guten Verhältnissen aber eine andere Möglichkeit:

Vom Schneegipfel kann man steil über einen Gletscherwulst in den Steiniglehnferner einfahren. Der Gletscher ist wild zerissen und gehört zu den schwierigsten in den Ötztaler Alpen. Die günstigste Route muss bereits vom Gipfel studiert werden, da die Spalten zum Teil sehr breit sind, und man unter Umständen in einer "Sackgasse" landet. Konditions- und Zeitreserven sind daher auf jeden Fall nötig. Man hält sich zunächst in der Mitte des Gletschers, dann links (in Abfahrtsrichtung), am Ende wieder eher rechts. Vom Gletscherende (ca. 2750 m) quert man den ebenen Boden und steigt über eine steile, relativ breite Schneerinne zum Zirmkogel (3281 m) empor (45 Grad, Südlage!). Die Rinne endet am Loobferner nordwestlich unweit des Gipfels. Von dort schöne, rassige Abfahrt nach Obergurgl entweder nach Norden über die Gurgler Scharte oder direkt über den wiederum recht steilen Osthang und das Loobkar. Die letzte hohe Steilstufe über dem Tal erfordert im ersten Teil nochmal Vorsicht.

Die Tour über den Steiniglehnferner ist mit den 500 Hm Wiederanstieg zum Zirmkogel sehr lang. Insgesamt sind rund 2000 Hm zu überwinden. Nächtlicher Aufbruch in Obergurgl ist Voraussetzung. Komplette Eisausrüstung und entsprechende Kenntnis sind erforderlich. Die Einsamkeit und die wilde Umgebung des Steiniglehnferners sind sehr eindrücklich. Das Foto zeigt den Gampleskogel und den Mittelteil des Steiniglehnferners, gesehen vom Zirmkogel.




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