Basisfakten zu der Route Nr.: 272
...eingetragen durch: oeg

Region:   Stubaier Alpen
Tour:   Skitour
Gipfel / Ziel:   Strahlkogel (über Südwand)
Höhe:   3295 m
Ausgangspunkt:   Niederthai
Endpunkt:   Niederthai
Datum:   08.04.2006
Personenanzahl:  1

Strahlkogel (über Südwand) - Rückblick in die Ausstiegsrinne
Strahlkogel (über Südwand) - Strahlkogel Gipfelkreuz
Strahlkogel (über Südwand) - Strahlkogel vom Anstieg zum Breiten Grieskogel
Rückblick in die Ausstiegsrinne Strahlkogel Gipfelkreuz Strahlkogel vom Anstieg zum Breiten Grieskogel


Die Route mit eigenen Worten:

Für die Richtigkeit der Angaben bzw. für Unfälle aufgrund fehlerhafter Beschreibungen kann keine Haftung übernommen werden!

Routen-
Beschreibung:

Von Niederthai-Ennebach (kleiner Parkplatz) auf dem Fahrweg in Richtung Grasstalltal. Bald zweigt rechts ein Weg ab (Schild), der sich auch mit Ski gut begehen läßt und durch Wald bis zur Brücke (ca. 1960 m) über den Grasstallbach führt. Nun weiter dem flachen Talgrund folgen bis zu einer kleinen Steilstufe, die man links umgeht. Nun entweder wieder rechts um die nächste Steilstufe herum zum Grasstall-See, den man südl. umrundet, um dann in einer länglichen Querung einen Absatz unter dem Abfluss des Grasstallferners zu erreichen. Oder links halten und in einer steilen breiten Rinne direkt zum Absatz hoch (nur bei ganz sicheren Verhältnissen). Weiter über eine schluchtartige Rinne hinauf zum Grasstallferner, wo das Gelände bald flacher wird, und in einem weiten Linksbogen auf den Strahlkogel zu. Direkt in Gipfelfallinie befindet sich am Einstieg ein auffälliger Tisch-artiger Felsen am Gletscherrand.

Die weitere Routenführung hängt stark von der jeweiligen Schneelage ab. Zunächst ca 30 Meter links unter den Felsen entlang, dann nach rechts eine kleine Rinne hoch, bis zu einem Felsriegel. Ca. 10 m unterhalb wieder nach rechts queren und entweder über eine Platte in die rechte Parallelrinne hinab, oder durch einen Kamin (II+) 20 m nach oben und dann nach rechts in die Rinne (etwas flachere Platte), die sich hier weitet. Kurz schräg nach rechts aufwärts, dann über Bänder (II) nach rechts in die nächste ausgeprägte Rinne, die man je nach Schneelage weiter verfolgen kann oder nach ein paar Metern wiederum nach rechts auf die Begrenzungsrippe verlässt. In letzterem Fall wird die Rippe direkt erklettert (II+), bis zu einer überhängenden Stufe, wo man auf einem Band (abschüssig, II) zu einer weiteren Parallelrinne queren kann. Beide Rinnen haben eine Steilheit bis knapp 60 Grad. Wo das Rinnensystem wieder von einer Wandstufe unterbrochen wird, quert man nun nach links in den hinteren Winkel der linken dieser beiden Rinnen. Es folgt eine kurze Wandstufe (II+), ein Band führt nach links auf einen schmalen Schnee-/(oder Fels-)grat. Von dessen Ende gelangt man über mehrere sehr schmale Leisten im Zick-Zack (II+) nach oben, bis man wieder nach links in die breitere Rinne queren kann, die ganz zu Beginn verlassen wurde. Über einen steilen Firnhang (50 Grad) zu einem rampenartigen Absatz (Wechte, heikel). Hier auf die andere Seite, aber gleich wieder rechts halten, zu einem Quarzband am Fuss der Ausstiegsrinne. Das Quarzband überklettern (II) und durch die Rinne (wieder ca. 50 Grad) direkt zum Gipfel.

Abseits dieser Route, die nicht leicht zu finden ist, ist das Felsgelände deutlich schwerer. Zudem muss je nach Schneelage in den Rinnen auf die Begrenzungsrippen ausgewichen werden, wo mit einigen Kletterstellen bis über den III. Grad hinaus zu rechnen ist. Insgesamt ist der Fels verhältnismäßig fest, klettertechnische Reserven zum im Sommerführer genannten II. Grad sind aber Voraussetzung.

Bei einer weiteren Begehung 1990 bin ich weiter östlich in eine Rinne eingestiegen, die mit nur kurzen Unterbrechungen in den oberen Sattel am SO Grat führt (ca. 50 Grad). Durch das weite Absacken des Gletschers ist diese Rinne nur noch schwer zu erreichen (glatte Platten). Evtl. Einstieg noch weiter östlich und Linksquerung bis zur Rinne. Augenscheinlich aber nicht mehr zu empfehlen.

Detail-Foto aufgenommen vom Breiten Grieskogel - mit Routen und ohne Routen.

Verhältnisse
am Tag der Tour:
(Wetter, Temperatur, Schneehöhe...)

Wenig Schnee im unteren Wandteil. Rinnen zum Teil vereist (sprödes Wassereis, wahrscheinlich bald aper). Wächte an der Rampe heikel (2 Meter fast senkrecht, aber fester Firn).

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