Basisfakten zu der Route Nr.: 51
...eingetragen durch: oeg

Region:   Venediger
Tour:   Hochtour
Gipfel / Ziel:   Daberspitze
Höhe:   3401 m
Ausgangspunkt:   Parkplatz Streden (Virgental)
Endpunkt:   Neue Reichenberger Hütte
Datum:   31.08.2002
Personenanzahl:  1

Daberspitze - Unter dem Rotenmannkopf
Daberspitze - Daberspitze
Daberspitze - Daberspitze und Rötspitze (in Wolken) vom Keeseck
Unter dem Rotenmannkopf Daberspitze Daberspitze und Rötspitze (in Wolken) vom Keeseck


Die Route mit eigenen Worten:

Für die Richtigkeit der Angaben bzw. für Unfälle aufgrund fehlerhafter Beschreibungen kann keine Haftung übernommen werden!

Routen-
Beschreibung:

Die 3401 m hohe Daberspitze erhebt sich als schroffer Felsberg südlich der Rötpitze. Die Beschreibungen im AV-Führer sind teilweise widersprüchlich und sehr ungenau. Daher im Folgenden eine detailierte Routenbeschreibung. Nicht, um jemanden auf diesen Berg zu locken, sondern um - falls jemand da hoch möchte - zeitraubendes Suchen bei der ohnehin langen Route zu verkürzen.

Man folgt dem Weg zur Reichenbergerhütte durch das Dabertal bis zu einer Almhütte. Hier zweigt der neu angelegte Hüttenweg nach links ab. Man folgt dem noch erkennbaren alten Weg noch etwa 700 m, bis er fast den Talboden erreicht. Hier rechts ab und über zwei Bäche an einen begrünten Rücken. Nicht dem Karbach folgen, sondern den Rücken aufwärts bis zu einem großen Steinmann. Hier nach rechts und oberhalb der Abbrüche hinauf ins Karbachtal. Wo das Gelände steiniger wird, hält man sich mehr rechts und erreicht den nun breiten Talboden. Wo das Tal nach rechts abbiegt, kommen von links zwei Bachläufe herab. Zwischen den beiden Bächen kann man die Steilstufe über einen begrünten Schrofenrücken leicht überwinden. Danach wird das Gelände flacher. Man hält sich rechts, immer in der Nähe des Baches, und erreicht relativ bequem die kleine Scharte am Fuß des Südostgrates des Nördlichen Rotenmannkopfes (direkt oberhalb der Gletscherreste). Der Grat führt kurz und einfach auf dessen wenig ausgeprägten Gipfel.

Es folgt ein sehr brüchiger, steiler Gratabbruch zur kleinen Scharte am Beginn des Südgrates der Daberpitze. Wo nötig, kann nach links in die Westseite ausgewichen werden (II). Am nun leichten Gratrücken aufwärts bis zu einem gabelartig gespaltenen Block. Danach folgt ein weiterer hoher Abbruch in eine enge Scharte. Auch hier besser an der Westseite bleiben (sehr brüchig). Hinter der Scharte folgt man schwachen Wegspuren durch sandiges talgartiges Geröll, bis sie sich in steilen Schieferplatten verlieren. Eine gerade Ersteigung der verwitterten Platten ist kaum möglich (bricht alles in sich zusammen), eine Querung nach links war ebenfalls ergebnislos. Nach längerem Rumackern ergab sich folgende beste Route: Unterhalb der Platten rechts halten und etwa 20 m vorsichtig in sehr steilem Geröll aufwärts. Kurz nach links und 5 Meter an einer schwachen Rippe hoch und wieder nach rechts auf einem schmalen erdigen Band zu einem großen Felsblock. Rechts davon eine kaminartige Rinne. Auf der linken Seite der Rinne sind feste Felsen, an denen sich der Abbruch einigermaßen sicher überwinden lässt (II+ oder III-, aber in dem Moment auch schon egal - Hauptsache feste Griffe). Danach befindet man sich oberhalb der Platten und kann nach links an den Grat zurückqueren (immer noch ziemlich heikel). Der Grat wird nun schmaler. Fast kugelrund, nicht sehr steil, aber sandig und stellenweise nur 30 cm breit. Es gibt keinerlei Sicherungsmöglichkeiten - absolute Trittsicherheit ist hier nötig. Nach einer weiteren Einschartung kommt von rechts eine Rinne mit Firnresten hoch - möglicherweise der Ausstieg der im Führer beschriebenen "Normal-Route" von der Clara-Huette über die Tredeberscharte und eine "schräge Schneerinne" in der Ostflanke (zumindest war hier ein Haken angebracht). Diese Route sah sehr schlecht aus - ebenfalls geröllbedeckte Platten und absolut dem Steinschlag ausgesetzt. Unterhalb auf dem Daberkees (durchaus noch vorhanden, sogar mit einigen Spalten) zeugten Spuren von wohl vergeblichen Ersteigungsversuchen an mehreren Stellen. Nach dieser Einsattelung wird der Grat leichter, ein kurzer Aufschwung wird über eine grifflose aber nicht sehr steile Platte "auf Reibung" überwunden. Kurz darauf erreicht man dann das kleine schmiedeeiserne Kreuz, das symbolisch sehr wackelig im Schieferfels "steckt". Die letzte Gipfelbucheintragung lag über ein Jahr zurück.

Zu den weiteren im Führer erwähnten, teilweise widersprüchlichen Varianten ist nur zu sagen - kann man im Sommer allesamt vergessen. Die Rinnen beidseitig des Südgrates sind sehr stark dem Steinschlag ausgesetzt. Allenfalls bei stabiler Schneelage nach kalter Nacht.

Verhältnisse
am Tag der Tour:
(Wetter, Temperatur, Schneehöhe...)

"Weg der Erstersteiger, I" (so die etwas knappe Beschreibung im AV-Führer) entspricht kaum den derzeitigen Verhältnissen. Möglicherweise haben die überall sichtbaren Felsausbrüche (v.a. am erwähnten Plattenaufschwung) die Route schwieriger gemacht. Mindestens II - aber das Hauptproblem ist der sehr schlechte Schieferfels. Es gibt keine Sicherungsmöglichkeiten und so gut wie keine Griffe. Zumindest wenn die Firnrinne in Richtung Daberkees keinen Firn mehr aufweist, ist dies aber wohl immer noch der "günstigste" Anstieg.

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